Steuerstrafrecht – Selbstanzeige

Das Risiko der Entdeckung und Ahndung einer mit Geld- oder Freiheitsstrafe bis zu 5 und in schweren Fällen bis zu 10 Jahren strafbewehrten Steuerhinterziehung (§ 370 AO) ist in den letzten Jahren durch zunehmenden Fahndungsdruck und strengerer gesetzlicher Regelungen und Rechtsprechung zunehmend gestiegen.

Folgende Umstände dürften dies und den sprunghaften Anstieg der steuerlichen Selbstanzeigen belegen:

  • Berichte über den Ankauf diverser Steuer-CDs mit Daten mutmaßlicher Steuersünder
  • Verschärfung der Regelungen zur strafbefreienden Selbstanzeige durch das Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetz
  • Scheitern des Steuerabkommens mit der Schweiz
  • Austrocknung sog. „Steueroasen“ durch Verständigung auf den OECD-Standards entsprechenden Abkommen zu mehr Transparenz und effektiven Informationsaustausch in Steuersachen und entsprechende Anpassungen von Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)
  • Verbesserte Kontrollmöglichkeiten der Finanzverwaltung durch zunehmende Automatisation und EDV-gestützte Prüfungsmethoden
  • medienwirksame Strafverfolgung Prominenter Persönlichkeiten (siehe „Zumwinckel-Äffäre“, „Hoeneß-Affäre“ u.a.)
  • sog. Weißgeldstrategie Schweizer und anderer ausländischer Banken, wonach zur Fortführung der Kundenbeziehung der Bankkunde die ordnungsgemäße Versteuerung seiner Kapitaleinkünfte nachzuweisen hat.

Mit einer steuerlichen Selbstanzeige (§ 371 AO) besteht die Möglichkeit, nachträglich Straffreiheit für eine Steuerhinterziehung zu erlangen, wenn diese den durch das Steuerhinterziehungsbekämpfungsgesetzt verschärften Wirksamkeitsanforderungen genügt. Eine unwirksame Selbstanzeige hat statt einer strafbefreienden allenfalls eine strafmildernde Wirkung.

Für die Wirksamkeit der strafbefreienden Selbstanzeige kommt es nicht nur auf den Inhalt, sondern oftmals auch auf den richtigen Zeitpunkt an.

Im Wesentlichen läuft die Offenlegung wie folgt ab. In einem persönlichen Gespräch mit einem als Steuerberater und Rechtsanwalt im Steuer- und Strafrecht gleichermaßen erfahrenen Steueranwalt wird Ihre ganz individuelle Situation ausführlichst und umfassend erörtert bis alle offenen Fragen zu Ihrer und unserer Zufriedenheit geklärt sind. Nur so kann die vom Gesetz geforderte Vollständigkeit der Selbstanzeige gewährleistet werden. Von besonderem Interesse sind regelmäßig auch schenkungs- und erbschaftsteuerliche Aspekte. Im Anschluss überlassen Sie uns eine Vollmacht für das Finanzamt und die ausländische Bank. Wir nehmen dann unverzüglich Kontakt mit der Bank auf und uns lassen uns die notwendigen Bankunterlagen, mit deren Aufbereitung und Auswertung wir bestens vertraut sind, unmittelbar und anonymisiert zukommen.

Nach Erhalt der Unterlagen werden die Einkünfte aus Kapitalvermögen und privaten Veräußerungsgeschäften sowie die nachzuzahlende Steuer nebst Zinsen ermittelt. In diesem Zusammenhang werden auch abzugsfähige Werbungskosten, anrechenbare Steuern und etwaige Verluste geltend gemacht. Wir teilen Ihnen unser errechnetes Ergebnis mit, damit Sie die von uns empfohlene Akontozahlung zur gegebenen Zeit anweisen können. Die Zahlung kann wahlweise von dem ausländischen oder eines Ihrer inländischen Konten erfolgen. Nachdem die Berichtigungserklärungen, die vollständigen Kontounterlagen und die Akontozahlung beim Finanzamt eingegangen sind, nehmen wir Kontakt mit Ihrem dortigen Sachbearbeiter auf und besprechen den weiteren Verfahrensgang. Schließlich prüfen wir die geänderten Steuerbescheide auf Richtigkeit. Aufgrund der komplexen und vertraulichen Thematik werden sämtliche der vorgenannten Vorgänge persönlich und ausschließlich von einem unserer Partner durchgeführt. Sie haben somit durchgängig einen direkten Ansprechpartner, der Sie auf Wunsch laufend über den Stand des Verfahrens informiert hält.

Unsere Beratung in Steuerstrafsachen beschränkt sich nicht nur auf die Selbstanzeigeberatung zur Offenlegung von insbesondere bei Schweizer, Liechtensteiner, Österreichischer und Luxemburger Privat- und Großbanken sowie Versicherungen und Stiftungen angelegten Auslandsvermögen.

Wir stehen mit steigender Tendenz Steuerberaterkollegen und deren Mandanten als Berater für Berater in steuerstrafrechtlichen Fragestellungen (z.B. vor und während einer Betriebsprüfung) kollegial zur Seite.

 

Die Beratung in Steuerstrafsachen und rund um die steuerliche Selbstanzeige ist ein hoch sensibles und für die Mandantschaft nicht selten auch ein sehr emotionales Thema. Wir wissen um diese ganz besondere Verantwortung, schätzen das uns entgegengebrachte Vertrauen und garantieren aufgrund unserer Erfahrungen eine professionelle, zügige und vor allem erfolgreiche Abwicklung.

 

Die Beratung und Verteidigung in steuerstrafrechtlichen Angelegenheiten und die Erstellung von steuerlichen Selbstanzeigen erfordert Expertise im materiellen Steuerrecht, der Abgabenordnung wie auch im Straf- und Strafprozessrecht. Viele Fälle lassen sich auf steuerrechtlicher Ebene ohne strafrechtliche Sanktionen lösen. Wenden Sie sich vertrauensvoll an Herrn Rechtsanwalt und Steuerberater Felix Gerber.